| 19.11. ORF.at mit 5 Tagen Verspätung... Der große Skandal kommt erst? |
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Andererseits ist es ja nicht verwunderlich, dass es so lange dauerte, da offensichtlich ganze ORF-SoKos so lange an den Formulierungen herumtüfteln mussten, bis vor lauter Konjunktiven und "wenn man dem Kurier glauben darf" nur mehr unverbindliche Belanglosigkeiten und mutwillig ausgewählte Zitate übrig geblieben sind. (Der Beitrag wurde im Laufe des Tages verändert, weil sich Kate Allen zur Wehr setzt) Natürlich wird auf das skurrile Interview mit Graf in der Kleinen Zeitung verwiesen, während eher kritische Beiträge wie jener in den OÖN verschwiegen werden (alle links in unserem Beitrag vom 15.11.), zum orf.at Beitrag: http://sport.orf.at/091119-20345/index.html. Das hat alles sicher gar nichts damit zu tun, dass Graf nach wie vor im ORF Stiftungsrat und Publikumsrat sitzt. Die Reaktionen in diversen Online-Foren sind natürlich mehr als eindeutig und auch immer mehr Medien fordern Konsequenz, u.a. heute auch Tino Teller in "news", der schreibt, "Athleten wie die "Laufgräfin" ... müssen raus aus allen Gremien wie zum Beispiel der Sporthilfe. Und es darf ihnen auch bei Veranstaltungen wie der "Galanacht des Sports" keine Plattform mehr geboten werden." Damit schreibt news auch genau das, was wir gleich als erste Reaktion gefordert hatten. (Anm: die Sinnhaftigkeit diverser Sportlerwahlen darf angesichts der Ergebnisse der letzten Jahre hiermit auch wieder einmal angezweifelt werden, bzw. wäre die neue Kategorie "Doper des Jahres" vielleicht etwas ehrlicher.) Auch bezeichnend: unser NADA-Chef Andreas Schwab soll gleich sinngemäß gemeint haben: "da kann man nichts machen", während Chris Butler, Antidopingsprecher des Internationalen Leichtathletikverbandes auf Nachfragen deutlich erklärt hat: "so geht das nicht, dass sie einfach sagt, ich habe das Blut nicht retour infundiert und deshalb passiert nichts", und das werde er Schwab auch telefonisch mitteilen. Wie wir auch in einem früheren Beitrag geschrieben haben: zu Eigenblutdoping gehören im wesentlichen 4 Schritte: Blutabnahme, Verarbeitung, Lagerung und Reinfundierung knapp vor einem wichtigen Wettkampf. Die Reinfundierung passierte deshalb logischerweise nie bei Humanplasma. Die Sprecherin von Humanplasma bestätigte uns, dass die ersten 3 Schritte im Hause erfolgten. Wenn Graf diese Schritte zugibt, was anderes als versuchtes Anwenden einer verbotenen Methode (Doping mit Eigenblut) soll das sonst gewesen sein? Wir kennen keine andere Begründung, um dort ca. einen halben Liter Blut abzugeben (Sonntag außerhalb der Geschäftszeiten?) und verarbeiten zu lassen, lernen aber gerne dazu. So wie es scheint, könnte der Fall Graf zum Lackmustest für die Ernsthaftigkeit der österreichischen Antidopingbemühungen werden. Das betriftt die NADA, aber auch das Ministerium (Darabos), die Sporthilfe und auch den ORF. Wir warten auch auf die Stellungnahmen der Sportsprecher der politischen Parteien. Und die BSO? Gibts die noch??? Ein besonderes Schmankerl zum Fall finden Sie auch hier in einer Presseaussendung: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20030829_OTS0072 (falls Sie sich wundern: Meldung vom 29.8.2003) Einen Grund für die seltene Kombination aus Sprachlosigkeit und Winterschlaf kann es natürlich auch noch geben: schließlich liegen uns Informationen vor, dass der richtig große Dopingskandal erst im Anrollen ist und in den nächsten Tagen oder Wochen der Aufschrei umso größer sein wird. Mehr können wir dazu aus rechtlichen Gründen noch nicht verraten.
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