30.1. Wahre Liebe teilt Tisch, Bett und CERA.. und andere Doping-news

amore con CERA - Rossi und RiccoDer Italiener Riccardo Ricco wurde ja bekanntlich noch vor Bernhard Kohl bei der Tour 2008 positiv auf Cera getestet und für 2 Jahre gesperrt. Wohin aber mit den vielen Dopingmitteln, wenn man selbst gesperrt ist? Man kann die teuren Sachen ja nicht verderben lassen. Während in Österreich eine ertappte Doperin ihr EPO angeblich einer Kollegin verkaufen wollte, hat Hr. Ricco offensichtlich im näheren Umfeld einen Verwendungszweck gefunden. 

Riccardo Ricco und seine Freundin Vania Rossi, die gemeinsam ein sieben Monate altes Baby haben, liegen offenbar auch in Sachen Doping auf einer Wellenlänge. Die Crossfahrerin ist am 10. Januar 2010 bei den nationalen Meisterschaften, wo sie den zweiten Rang belegte, positiv auf das Blutdopingmittel Cera getestet worden. Das teilte das Nationale Olympische Komitee Italiens CONI mit. Wegen des gleichen Vergehens war Kletterkönig Ricco bei der Tour de France 2008 überführt worden. Seine Sperre läuft in Kürze ab. Er braucht also dann wenigstens nicht in Papa-Karenz gehen, weil dann seine Freundin viel Zeit fürs Kind haben wird. Ist irgendwie schon praktisch, wenn immer einer in der Familie gerade wegen Dopings gesperrt ist.

Auch aus anderen Ländern gibts interessante Neuigkeiten von der Doping-Front: die ungarische Schwimmerin Nikolett Szepesi wurde nun vom internationalen Verband (FINA) für ein Jahr gesperrt. Grund: sie war nach der Kurzbahn EM 2008 zurückgetreten, damit auch aus dem Dopingkontrollpool ausgeschieden. Bei der Kurzbahn EM 2009 kehrte sie zurück ins Wettkampfgeschehen, ohne sich rechtzeitig davor in den Testpool zurückzumelden.

Imanchmal gibts gewisse Verdachtsmomenten Österreich gibt es leider immer noch die offensichtlich gern genützte Lücke im Antidopinggesetz, wonach Sportler, die zurücktreten (und sich von Verband und Verein abmelden), sofort aus dem Testpool herausfallen und den Dopingfahndern die lange Nase zeigen können. Zumindest hat man aber die Frist, wo sich Sportler bei einem comeback in den Pool zurückmelden müssen, von 6 auf 12 Monate vor dem neuerlichen Wettkampfstart verlängert.

Die US-Staffelläuferinnen hätten sich ihre Kolleginnen vielleicht etwas genauer anschauen sollen: Olympiasiegerin Crystal Cox aus den USA ist nun nach ihrem Dopinggeständnis für vier Jahre gesperrt worden. Wie im Fall Marion Jones droht nun der US-Staffel die nachträgliche Aberkennung der Goldmedaille. Cox, die mit der US-Staffel bei den Spielen 2004 in Athen über 4x400 m die Goldmedaille gewonnen hatte, hatte die Einnahme von Anabolika und Hormonen in den Jahren 2001 bis 2004 gegenüber der Nationalen Anti-Doping-Agentur der USA zugegeben. Zuvor waren ihr entsprechende Beweise vorgelegt worden. Cox wurde also nicht positiv getestet, trotzdem gibt es genügend Grund für eine Sperre.

Vielleicht hätte sie doch nach Österreich kommen sollen. Da ist entweder gleich die ganze Staffel gedopt (Berger, Kellermayr, Renner, Ratzenberger - der 4 x 100m Rekord vor dem positiven Test im Jahr 1992 gilt trotzdem immer noch genau so wie der 10-Kampf Rekord von Kellermayr ein paar Wochen vor dem positiven Test 1993) oder man kann versuchtes Doping zugeben und nach Wachstumshormonen nachfragen und es gibt trotzdem keine Konsequenzen. Und dann rühmen wir uns wieder mit dem "besten Antidopinggesetz"...