2.3./3.3./4.3./6.3. Brief von Humanplasma, das "Gugga-Musik-Trio" und "... saudeppate gefasel der vorgesetzten", Aderlass-Orgien, OSCAR-Nachnominierung? Und wieder: NA,DA war nix? "Früher in der HSNS wurde das herumgereicht wie die Milka Lila Pause"

Könnte sein, dass Hr. Kessler bald im Trockenen rudertOffener Brief von Humanplasma, Teil 1Heute wehrt sich Humanplasma mit einem offenen Brief gegen Vorwürfe, bzw. Spekulationen, der neben den schon mehr als bekannten Walter Mayer und Stefan Matschiner v.a. Martin Kessler zunehmend in Bedrängnis bringen könnte. Der Ex-Ruder-Nationaltrainer saß bis vor kurzem in dem vom Ministerium eingesetzten (und von Hans Holdhaus geleiteten) "Team rot weiß rot", der Nachfolgeinstitution von "Top Sport Austria", wo über die Vergabe aller öffentlichen Spitzensportförderungen entschieden wird und er wurde auch von der BSO gerne für vom Ministerium finanzierten Trainerfortbildungen eingesetzt. Kessler, der 1991 von der BSO zum "Trainer des Jahres" gewählt wurde, war bei den Olympischen Spielen 2000 (Sydney) mit einem trainingsmethodisch tölpelhaft geplanten Höhentrainingslager im Vorfeld hauptverantwortlich für das damalige Debakel (siehe u.a. http://www.rudern.at/index.php?itemid=259). Erstmals nimmt Humanplasma auch Stellung dazu, wer mit "dem Wunsch nach Chancengleichheit" an Humanplasma herangetreten war. (Bilder zum Vergrößern anklicken)

Wir stellen das Dokument (2 Seiten) unseren Lesern ohne weiteren Kommentar zurOffener Brief von Humanplasma, Teil 2 Verfügung. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.

Martin Kessler leitet heute das Vorarlberger Sportreferat. Erste Vorwürfe gegen Kessler wurden bereits Ende 2009 in einem Bericht des "Kurier" getätigt, weshalb er auch still und heimlich seinen "Team rot weiß rot"-Job zurücklegte. Die "Vorarlberger Nachrichten" schrieben am 27.12.09 auszugsweise über Kessler, der schon im Zuge des Euro Ticket-Schwarzhandel-Skandals im Mittelpunkt stand: "Auf Anfrage der VN wollte der Leiter des Sportreferats beim Land Vorarlberg keine Angaben zu den Vorwürfen machen: „Ich nehme den Artikel so zur Kenntnis, sehe aber keinen Grund für eine Stellungnahme“, betonte Keßler. Als menschenunwürdig bezeichnete Keßler aber die Art und Weise, wie derartige Meldungen zu Stande kommen. „Verschiedenen Medien genügt es offenbar, wenn irgend jemand einen Namen nennt und schon geht die Hetzjagd auf solche Leute los. Es gehört offenbar zum Job, solche Gerüchte ohne einen einzigen Beweis zu kolportieren“, erklärte Keßler. Von wem und warum sein Name in Spiel gebracht wurde, konnte sich Keßler nicht erklären. „Natürlich macht man sich in solchen Momenten seine Gedanken. Allerdings fehlt mir der Zusammenhang. Ich denke, der Journalist wollte mich aushorchen – und hat irgendwelche Vermutungen ins Spiel gebracht.“"

Ergänzung aufgrund der aktuellen Entwicklungen:

Der kleine Faschingsprinz: "Ich wars nicht!""Ich war dort ... aber wir haben das Blut nicht rückgeführt". Von wem stammt dieser originelle Spruch? Steffi Graf? Stimmt, aber nicht nur! Erst der Blick auf den Kalender macht sicher, der Fasching ist doch eigentlich schon vorbei, auch bei unseren Freunden im westlichsten Bundesland. Den Spruch, den sich Steffi Graf hätte patentieren lassen sollen, den gab heute auch Martin Kessler zum Besten. Im Interview mit dem ORF-Landesstudio behauptet er doch glatt, dass die Sportler nur bei Humanplasma gewesen seien, um sich professionell Blut abnehmen zu lassen "wegen eines Experiments", weil man über die dadurch induzierte Blutneubildung die Leistungsfähigkeit steigern wollte. Wir haben für den Ex-Nationaltrainer und hochrangigen Sportfunktionär Kessler zwei Empfehlungen:

  1. mit ihrem scheinbar grenzenlosen Humor (zumindest für Vorarlberger Verhältnisse) sollten Sie in Ihrer Heimat ein Kabarett eröffnen, auf derartige Ideen muss man erst kommen und das Ganze dann noch ohne Lachen vorzutragen zeigt seltenes Talent, und
  2. das nächste Mal hauen Sie Ihren Sportlern einfach eine kräftig auf die Nase. Durch ordentliches Nasenbluten erzeugen Sie den gleichen Effekt, und das ganz bio ohne technischen Schnickschnak. Ausschnitt aus den VN vom 3.3.10 (www.vn.vol.at)

Ein Vorarlberger Sportler konnte heute über seinen Landsmann auch nur den Kopf schütteln und meinte:

"man könnte ja grad drüber lachen. und dazu immer dieses sauteppate gefasel der vorgesetzen, von wegen "sollte sich der verdacht bestätigen" usw." und weiter über Hrn. Kessler: "Faschingsprinzen gibt es schon. bei uns typisch ist noch die Gugga-Musik die hauptsächlich Lärm macht und nix sinnvolles produziert." und er bezeichnete die 3 namentlich erwähnten Personen konsequenterweise als "Gugga-Musik-Trio"

Nicht viel besser als diese Faschingsprinzen sind aber die Journalisten, die solche Dinge unwidersprochen und unkommentiert im Raum stehen lassen. Auch ganz logisch: seine Kollegen und Vorgesetzten im Ruderverband, im "Team rot weiß rot" und in der BSO können natürlich nichts mitbekommen haben.

Lesen Sie selbst das Interview des Vorarlberger Landesstudios (inkl. Video): http://vorarlberg.orf.at/stories/426644/

Ein Spitzensportler aus dem Ruderlager, der den Hrn. Kessler sehr gut kennt, hat uns heute noch folgende Zeilen geschrieben, die irgendwie einen gewissen Sarkasmus beinhalten dürften:

"Die Rechtfertigung vom Kessler ist einmalig und oscarreif, vielleicht wird eine Nachnominierung bei den Oscar Awards noch möglich sein? Ebenso wie bei Frau Anti-doping Graf. Ich persönlich nehme ja an, dass all diese Personen zu regulären Öffnungszeiten dort waren - es handelt sich ja nur um eine Blutabnahme in einem Plasmaspendezentrum. Alles andere wäre verdächtig.

Auch eine offizielle oder "Schwarz-"Zahlung hat sicher nicht statt gefunden - bzw. das würde die Blutarmut in den Bluspendezentralen erklären: Blutspenden und zahlen zugleich ? Die gute alte Zeit ein Packerl Mannerschnitten nach einer Blutspende erhalten zu haben hat sich wohl gewaltig geändert.

Und da der menschliche Körper frischeres, sauerstoffreicheres Blut nachproduziert, welches zu Leistungssteigerung führen soll - wird wohl a) einen Run aller Hobby- und Profisportler auf Spendezentralen auslösen oder b) in einer Aderlass-Orgie sämtlicher Wettkampftypen enden.

Diese Theorie hat Herr Kessler wohl auf der Schmelz in seinem Sportstudium "erlernt" und zu seinem Magister "non conspicuus" (unsichtbar) verholfen.

Zum Glück hat dieses Trio infernale niemanden betrogen, keine Institutionen, keine Sponsoren und auf gar keinen Fall den Österreichischen Steuerzahler, da alle Sportfördertöpfe aus dem Goldkessel am Ende des Regenbogens gespeist werden."

Mittlerweile regt sich auch gegenüber der heimischen NADA zunehmend Mißtrauen wegen deren (Nicht-) Vorgangweise in mehreren Fällen. NADA-Geschäftsführer Andreas Schwab ist Berichten zufolge auch interner Kritik ausgesetzt. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" schreiben am 3.3.: "Ganz schlecht ist die Optik bei der heimischen Anti-Doping-Agentur NADA. Sie kennt die Kundenliste von Humanplasma und tut so gut wie nichts. Eine österreichische Lösung." (siehe: http://www.nachrichten.at/sport/mehr_sport/art109,345658)

Unglaublich, aber wohl nicht anders zu erwarten, die Reaktion des verantwortlichen Vorarlberger Politikers am 4.3.:

http://www.vol.at/news/tp:vol:sport-homepage/artikel/stemer-behaelt-kessler-im-amt/cn/news-20100304-09021009/gemeinde/bregenz/gemeinde/bregenz. Hrn. Stemer sei u.a. die Lektüre des heutigen treffenden Kommentars von Erich Vogl "Sauerstoffmangel" im Kurier empfohlen: http://kurier.at/sport/1983037.php

Könnte leicht passieren, dass Hr. Stemer selbst Probleme bekommt bei seiner Auffassung von politischer Glaubwürdigkeit. Mittlerweile haben wir auch die Aussage eines Ruderers (der nicht genannt werden möchte) erhalten, wo angeblich die Rückführung des Blutes passierte und wer in den Fall verwickelt war. Dazu auch zu früher sehr erfolgreichen Ruderern das bezeichnende Zitat: "Früher in der HSNS wurde das herumgereicht wie die Milka Lila Pause"

Zumindest die Oberösterreichischen Nachrichten bleiben am Ball. Mit der "Raubersgschicht" am 6.3. bringt man die Dinge dort auf den Punkt und man erkennt auch, wer in Österreich sicher nicht gedopt ist: nämlich die Antidopingagentur NADA, "man arbeitet dort in Superzeitlupe", die Namen der Humanplasma-Kunden wären der NADA bekannt, aber es passiert einfach nichts. Warum eigentlich??? Siehe: http://www.nachrichten.at/sport/mehr_sport/art109,347247

Für alle genannten Personen und insbesondere Hrn. Kessler gilt die Unschuldsvermutung. Wenn Zitate und Meinungen wiedergegeben werden, heißt das nicht, dass wir uns damit identifizieren, weil wir deren Wahrheitsgehalt nicht überprüfen konnten.