3.7. ANDREAS VOJTA LÄUFT ZUR EM!!! + Berglauf EM mit Fotos, weitere Ergebnisse und Knaller vom Wochenende, inkl. Pechvogel der Woche!

Andreas Vojta läuft zur EMAndreas Vojta hat es tatsächlich geschafft: mit 3:40,79 verbesserte er heute beim 1500m Rennen in Oordegem (BEL) nicht nur seine bisherige Bestleistung (3:43,39) noch einmal deutlich, sondern er unterbot damit das Limit für die Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona! In einem internationalen Klassefeld mit vielen Teilnehmern mit zum Teil deutlich besseren Bestleistungen belegte er mit einem packenden Zielsprint sogar den 2. Rang und wurde bester Europäer!

"Dieses Mal hat alles gepasst. Das Wetter war zwar nach einem Regen sehr schwül, aber das Feld war ok, da wurde nicht so herumgerempelt wie in Prag. Die Durchgangszeiten passten von Beginn an recht gut, die ersten 400m waren in ca. 57 Sekunden und dann wurde es auch nicht viel langsamer. Eine Runde vor Schluss hatte ich ca. 2:43. Bei der Schlussrunde (auch in ca. 57") ging es mir eigentlich noch sehr gut und ich konnte mich ein paar Plätze nach vorne arbeiten", berichtete Andi nach dem Rennen. Der starke Schluss-Sprint wird auch durch die Fotoserie von der Zielgeraden dokumentiert. (Gewonnen hat der Amerikaner Mark Matusak mit der hohen Stirn, alle Fotos durch Anklicken vergrößern).  Andis Rennen von ca. 1410m bis 1450m. Die Aufholjagd beginnt, Andi wird mit einem tollen Schluss-Sprint am Ende sogar Zweiter! (Foto z.V.g.)

 

Damit wurde nicht nur für ihn ein Traum war. Im vergangenen Jahr lief er ebenfalls in Belgien mit 3:47 seine damalige Bestleistung, heuer in der Halle lieferte er 3:45 und steigerte sich nun über 3 Rennen im Bereich von 3:43 bis 3:45 auf die nun aktuelle Zeit, die für ihn die Fahrkarte nach Barcelona bedeutet. Andi (Jg. 89) ist damit auch der jüngste Starter des ÖLV bei der EM (siehe auch Bericht auf www.oelv.at). Natürlich steckt da auch viel hartes Training dahinter, die Trainingsbelastung wurde die letzten Jahre auch kontinuierlich gesteigert, aber es ist ermutigend auch für andere Athleten, was durch die Kombination von Talent und harter, ehrlicher Arbeit möglich ist.

Die Zeit von Andi bedeutet auch neuen Wiener Landesrekord der allgemeinen Klasse. Der alte Rekord stammte vom legendären Rudi Klaban (langjähriger 800m ÖLV-Rekordhalter und Olympiateilnehmer), der im Jahr 1968 3:41,4 gelaufen war.

Zur Ergebnisliste: http://servnetsport.be/2010/memorialbuyle/event018h02.html

Das Ziel für die EM ist nun sicher nicht bloß das vielzitierte "Erfahrungen sammeln". Andi sieht es als große Ehre an, Österreich dort vertreten zu dürfen und er wird sicher kämpfen wie noch nie, das steht fest. Was sich dabei ergibt, wird man sehen, die Leistung anderer kann man nicht beeinflussen.

Am Di, 27.7. um 12:15 wird Andi zum 1500m Vorlauf in Barcelona antreten. In der aktuellen Europarangliste scheint Andi mit seiner Bestleistung knapp nicht unter den Top 30 auf, also dürfen die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden. Aber: derzeit ist nur ein einziger europäischer Läufer (der Spanier Kevin Lopez) mit 3:39,02 vor Andi platziert, der jünger als Andi ist (Jg. 90).

Die Qualifikation eines Athleten für die Leichtathletik-Europameisterschaft ist damit auch der bisherige sportliche Höhepunkt des team2012.at, worüber wir uns natürlich entsprechend freuen!

Das Österreichische Berglaufteam um Berglaufreferent Helmut SchmuckDurch die überragende Leistung von Andi treten an diesem Wochenende andere Leistungen etwas in den Hintergrund, die an sich genauso eine Würdigung verdient hätten. Bei der Berglauf-Europameisterschaft in Sapareva Banya (BDie Kehrforce von Sapareva Banya 2 Minuten vor dem StartUL) waren zwei Vertreter unserer Trainingsgruppe im Einsatz. Im Rennen der weiblichen Junioren (U 20) zeigte Sophie Wallner (Jg. 92, sie startet für LG Pletzer Hopfgarten) die vielleicht erfreulichste Überraschung aller österreichischen Starter. Obwohl sie im Bergab-Abschnitt einige Plätze einbüßte, kam sie als gute 19. (von 39) ins Ziel. Im Vorjahr war sie noch 34., und der Rückstand auf die Bronzemedaille betrug nur etwas mehr als eineinhalb Minuten (bei 20 Minuten Laufzeit). Sophie ist nächstes Jahr auch noch in dieser Altersklasse startberechtigt, während 10 Läuferinnen, die heute vor ihr waren, nächstes Jahr nicht mehr bei den Junioren antreten dürfen.

Sophie wundert sich über die Mixed Zone bei der EMObwohl sie schon vor 2 Jahren gesagt hatte: "Nie wieder eine Bergauf-Bergab-EM", startete Carina Lilge-Leutner kurz nach ihrem 50. Geburtstag als mit Abstand älteste Läuferin doch noch einmal bei dieser EM, weil sie die Nominierung durch den ÖLV aufgrund ihrer Leistung bei der Staatsmeisterschaft auch als Ehre empfand und als einzige Vertreterin Österreichs dCarina gewinnt Altersklasse, die es nicht gibten Start wahrnehmen wollte. Carina kämpfte natürlich um jede Sekunde und jeden Platz, am Ende ergab das den 46. Platz (von 64 Starterinnen), wobei sie auch bei jedem Bergabstück mehrere Läuferinnen ziehen lassen musste. Spitzenplatzierung wäre natürlich sowieso nicht zu erwarten gewesen und Wunder gibts in der Biologie eben auch keine. Aber nun mittlerweile 25 Jahre in der Österreichischen Spitze mitlaufen zu können, ist ja auch nicht schlecht.

Am anderen Ende der Alters-Bandbreite vom team2012.at startete Dominik Stadlmann beim 5-Städte Turnier (Wien, Zagreb, Laibach, Budapest, Bratislava), das dieses Mal auf unserer Heimatanlage in Stadlau ausgetragen wurden, für die Auswahlmannschaft des Wiener Leichtathletikverbandes. Dominik startete aber nicht auf seiner längeren Spezialstrecke, sondern testete seine Unterdistanzleistungsfähigkeit auf der Stadionrunde über 400m. Die erzielten 55,07" können sich für den jungen Läufer (Jg. 95) durchaus sehen lassen und stellen eine gute Basis für weitere Top-Leistungen auf den Mittelstrecken dar.

Livia Zoccola - "Speedy Gonzales von Österreich"Ein wahrer Knaller war aber sicherlich die Leistung unserer Jüngsten: die 11-jährige Livia Zoccola lief die 1500m in 5:12,12 und wurde schnellste Wienerin! (startberechtigt U 17 Sportlerinnen) In ganz Österreich gibt es derzeit nur 30 Frauen und kein einziges U 14 Mädchen, die heuer schneller waren als die junge Sportlerin, die von Martin Steinbauer betreut wird.

Bei den Österreichischen Juniorenmeisterschaften ( U 20) in St. Pölten verpasste Uwe Holli (startet für KSV ECE Kapfenberg) mit dem unglücklichen 4. Platz nur denkbar knapp - um 19 Hundertstel - eine Medaille. Die Zeit von 4:11,31 kann sich trotzdem für ein Meisterschaftsrennen sehen lassen. Ein wichtiges Erfolgserlebnis hat er aber schon letzte Woche gehabt, nämlich die bestandene Matura. Uwe berichtet nach dem Rennen per SMS:

"war leider ein komplett verhautes rennen. erste runde war gut. ich hab immer versucht tempoarbeit zu machen, die ist aber immer sofort von den anderen athleten ausgekontert worden, die scheinbar keine gute zeit laufen wollten. Bei 1000m sind wir zu sechst in 2:52!! durchgegangen. und dann waren plötzlich 4 leute verteilt auf 3 bahnen vor mir und es gab kein durchkommen. bin daher erst 100m vorm ziel an denen vorbeigekommen. Im Rennen gabs auch viel Gestolper. Schlimm ist aber, das ich jetzt für die ÖSTM nächste Woche nicht das Limit über 800m ( um 24 hunderstel), sowie über 1500m( 1,3 sek) habe."

Anmerkung vom 6.7.: in den ÖLV-Bestimmungen gibt es auch die Regel, dass Landesmeister unabhängig vom Erbringen des Limits startberechtigt sind. Uwe gewann zwar das Rennen der steirischen Meisterschaften, wurde aber, da von seinem Verein nur für die innerhalb dieses Rennens ausgetragene U 20 Meisterschaft gemeldet, nicht als Landesmeister gewertet. Auch Ersuchen hin hat aber der ÖLV heute eine sportliche Lösung getroffen und Uwe - als Schnellstem seines Bundeslandes - die Startberechtigung über 800m erteilt! (Ein Lob an die zuständigen ÖLV-Funktionäre Grünsteidl, Niestelberger, Gruber und Baudis!)

Pechvogel der Woche war aber sicherlich Wolfgang Zingl. Unser Extrembergläufer startete in der Schweiz beim "Trail Verbier - St. Bernard" über 110km und stolzen 6900 Höhenmetern (nuWolfgang Zingl (hier beim Großglocknerlauf)r bergauf!). Er schickte uns nach dem Rennen folgendes SMS: "Bin bei km 98 disqualifiziert worden, weil ích die Kontrollstelle bei km 90 im dichten Nebel nicht gefunden habe. Lag auf Platz 2. 12:20 Stunden Laufen für Nichts! Bin wahnsinnig enttäuscht."

Diese Enttäuschung kann wohl jeder Läufer nachvollziehen, aber irgendwann wird das Schicksal auch für Wolfgang ausgleichend wirken. Der 4. Platz bei den Österreichischen Langdistanz-Berglauf Meisterschaften vor ein paar Wochen - keine zwei Minuten hinter der Medaille - war ja nur der Anfang.