Aug   September 2010   Okt

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Julianna Willis Technology
29.7. EM-TAGEBUCH, Tag 5, ... etwas durchschnaufen

Nach dem gestrigen (im positiven Sinn) nervenaufreibenen Tag, war heute eher ein Tag des Durchschnaufens und des Sammelns neuer Kräfte. Andi hatte einen urlangweiligen Tag, bestehend aus etwas auslaufen, ein paar Steigerer, massieren lassen und sonst herumliegen, essen und schlafen. Morgen ist schließlich Angriff angesagt im Finale der EM.

Heute waren mit Ryan Moseley (200m) und Roland Schwarzl (Zehnkampf, 2. Tag) nur 2 Österreicher im Einsatz. Moseley hatte für diese Distanz nicht wirklich speziell trainiert, weshalb bereits im Vorlauf Endstation für ihn war. Nach dem hervorragenden 9. Platz über 100m wäre das sowieso nur eine schöne Draufgabe gewesen.

Schwarzl, gut drauf wie immer, startete mit einem recht guten Hürdenlauf (14,70") in den zweiten Tag. Auch Diskus Der schönste Moment für jeden Zehnkämpfer: die Ziellinie beim 1500m Laufund Speer flogen gut, wenn auch nicht sensationell. Der Stabhochsprung trumpfte er mit der zweitbesten Höhe des gesamten Feldes (505cm) auf, allerdings passierte beim letzten (Fehl-) Versuch über 515cm ein folgenschweres Schicksal. Er landete eher neben der Matte und verletzte sich am Sprunggelenk. Den Speerwurf bestritt er deshalb mit großen Schmerzen, vor dem 1500m bereitete uns Trainer-Frau Sandra Schwarzl einfühlsam auf die hohe Wahrscheinlichkeit einer notwendigen Aufgabe vor dem letzten Bewerb hin. Masseurin Ingrid Müller tapte den geschwollenen Fuß aber fest zusammen, Schwarzl biss dafür seine Zähne zusammen, trat zum Bewerb an und lief etwas unrund gar nicht so schlechte 4:58 zum Schluss. Das ergab in der Endabrechnung den 14. Rang, also eine Verbesserung um einen Rang gegenüber dem Vortag.

Neu war heute, dass es ein ordentliches Gewitter gab, wobei die Organisatoren auf Regen nicht wirklich vorbereitet waren (kaum Schirme für die Athleten in den technischen Disziplinen und beim Zehnkampf). Ja, und endlich ist dieEin Land atmet auf: Gold für Deutschland (Verena Sailer) im 100m Sprint Laune unserer deutschen Freunde etwas gestiegen, weil die Speerwerferinnen (dort zwar die "Falsche" am Goldplatz) und vor allem die 100m Sprinterin Verena Sailer endlich Gold gebracht haben.

Zu Andis Zielen und Chancen sind wir heute schon von mehreren Journalisten befragt worden, entsprechendes wurde auch geschrieben. Gewohnt gut recherchiert und analysiert hat ÖLV-Pressemann Andreas Maier, der für die ÖLV-homepage (www.oelv.at) nüchtern zusammenfasst, dass Andi eigentlich nur gewinnen kann, weil der aufgrund der Vorleistungen zweitschwächste Konkurrent eine Bestleistung aufweisen kann, die mehr als 2 Sekunden besser als jene von Andi ist, jener mit der besten Bestleistung (Ex-Europameister Estevez) liegt gar mehr als 10 Sekunden vor Andi. Aber warten wir einmal ab. Fix ist: morgen um 22:00 fällt der Startschuss, dann müssen alle 3 3/4 Runden laufen. Alles andere wird sich entwickeln.