Gegen Doping - ein zentraler Grund für die Gründung des team2012.at
Letzte Aktualisierung dieses Bereiches: 6.6.09, siehe auch den aktuellen Beitrag auf der Titelseite: http://www.team2012.at/index.php?option=com_content&view=article&id=111:limbo
Doping ist die Kehrseite der Medaille und sicher das größte Problem, mit dem der Sport gegenwärtig konfrontiert ist. Das team2012.at wurde auch gegründet, um einen absolut glaubwürdigen Anti-Dopingweg zu gehen. Da unser Verein neu ist, kann es keine Altlasten geben und wir gehen von Beginn an in dieser Angelegenheit keinerlei Kompromisse ein. Doper haben bei uns nichts verloren und wir schauen uns Beitrittswillige in dieser Hinsicht genau an. Die Vereinsführung nimmt sich auch aus Rücksicht auf die ehrlichen Mitglieder das Recht heraus, Leute aus einem Doping-Umfeld abzuweisen.
Für uns ist der Kampf gegen Doping aber kein aktueller Trend, kein Zug auf den wir jetzt plötzlich aufspringen müssen. Wir haben selbst diesen Zug ins Rollen gebracht und freuen uns über jeden, der jetzt diesen notwendigen Weg für den Sport mit uns mit fährt. Wir haben sicherlich nicht das Privileg für den Antidopingkampf, wir unterstützen deshalb alle Initativen, die glaubwürdig in die gleiche Richtung zielen, auch unabhängig davon, aus welcher politischen Ecke sie kommen.
Das team2012.at ist also eine echte Antidoping-Initiative. Alle Mitglieder unterschreiben mit dem Beitritt zum Verein eine weitreichende Verpflichtungserklärung, die weit über die vom ÖLV für Kadersportler geforderten Standards hinaus geht. So müssen im Falle eines schuldhaften Dopingvergehens z.B. alle jemals vom Verein erhaltenen Zuwendungen/ Spesenersätze rückreichend bis zum Beitrittsdatum (verzinst) zurück gezahlt werden. Diesem Beispiel könnten auch andere Vereine und Verbände folgen, wenn sie die Antidoping-Bemühungen ernst nehmen.
Wir wollen damit ganz bewusst ein Zeichen setzen, dass nicht nur ehrlicher Sport wieder eine Selbstverständlichkeit werden muss, sondern dass auch Spitzenleistungen ohne Doping möglich sind. Wir sind bereit, in dieser Hinsicht Verantwortung zu übernehmen und setzen uns proaktiv gegen Doping ein. Wir werden auch selbst entsprechende Aufklärungsmaßnahmen durchführen und zur Bewusstseinsbildung beitragen. Deshalb finden Sie auf der homepage des team2012.at auch immer aktuelle Kommentare zum Thema Doping.
Gleich mehrere Mitglieder des team2012.at mussten in der Vergangenheit gegen mittlerweile endlich wegen Dopings gesperrte Sportler antreten und wurden damit auch zu Opfern. Dieser Umstand ist sicherlich auch eine wesentliche Motivation, gegen Doping vorzugehen.
Es ist eine Katastrophe, wenn sich bei jungen Sportlern im Hinterkopf der Gedanke verankert: „Ohne Doping kann man keine Spitzenleistungen erbringen.“ Die Konsequenzen wären entweder Resignation oder ebenfalls der Griff zu unerlaubten Hilfsmitteln.
Wir freuen uns über alle Kontrollen unserer team-Mitglieder und natürlich unterstützen wir alle Maßnahmen (z.B. Einfrieren von Dopingproben auch für spätere Analysen mit neueren Methoden), die geeignet sind, die ehrlichen Sportler von den Betrügern zu trennen. Wir unterstützen auch alle Initiativen, die eine Verbesserung der Kontrollen, wirksame Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen, aber auch einen Schutz der ehrlichen Sportler zum Ziel haben. Ohne echte Strafen wird es nicht gehen, die wirksamste Prävention ist die drohende Sanktion.
Wir akzeptieren im Bereich der Kontrollen auch nicht den behaupteten finanziellen Hemmschuh, solange das Geld (unserer Meinung nach) hinausgeschmissen wird für Kontrollen von Bahnengolfern, Gespannfahrern und (medienwirksam) den Österreichischen Fußballern und dabei gleichzeitig die Kosten für die Administration (v.a. Personal) explodieren. Kontrollen sind vor allem dort angebracht, wo es um viel Geld geht (auch Erschleichen öffentlicher Fördermittel), knappe HSZ-Plätze und indirekt um viel Geld aufgrund hoher Medienpräsenz und damit Sponsorenattraktivität. Die angeforderte Kontrolle vom 9.3.08 – gleich zwei von drei getesteten Sportlern positiv – zeigt, wie man mit vergleichsweise geringem Aufwand effektive Kontrollen durchführen kann, wenn man wirklich will. Derzeit ist es leider so, dass die Österreichischen Fachverbände aufgrund eines verunglückten Antidoping-Gesetzes sogar die Verfahrenskosten der NADA übernehmen müssen. Konkret: ein Verband wird (auch finanziell) bestraft, wenn er gegen Doping in seinen eigenen Reihen vorgeht! Und: zusätzlich wird noch mit einer Streichung von Förderungen gedroht, weil beim Vorgehen gegen Doping (scheinbare) Erfolge klarerweise geringer ausfallen!
Doping ist auch nach Ansicht vieler Juristen ein klarer Fall von Betrug. Betrug ist ein Offizialdelikt, d.h. die Staatsanwaltschaft müsste von sich aus tätig werden, wenn ein Dopingfall in den Medien auftaucht. Die Möglichkeiten des Eingreifens auf der Basis des Antidopinggesetzes müssen endlich auch wirklich ausgenützt werden. Wenn diese nicht ausreichen sollten, dann ist eben auch eine Verschärfung (u.a. durch einen Strafrechtstatbestand für die Eigenanwendung von Doping, um tatsächlich an die Hintermänner heranzukommen) notwendig. Auch die deutsche Bundesärztekammer fordert laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung nicht nur den Entzug der Approbation von überführten Dopingärzten, sondern wirft auch den Staatsanwälten in diesem Zusammenhang "Untätigkeit" vor. Mittlerweile will sogar Russland Doping als Strafrechtstatbestand festlegen. Österreich diskutiert wieder jahrelang und heraus kommt so eine geniale, radikale Maßnahme wie unsere Nichtraucher-Schutzbestimmungen, die uns in ganz Europa lächerlich machen? Die Raucherlobby hat ein vernünftiges Rauchergesetz verhindert (mit Unterstützung der damaligen Gesundheitsministerin (!)), welche Lobby verhindert denn ein vernünftiges Antidopinggesetz?
Österreich ist nur in wenigen Sportarten Weltspitze, aber im Dopen sind wir zweifelsohne eine große Nummer. So nannte z.B. Angel Heredia (der überhaupt keinen Österreich-Bezug hat), der Kronzeuge der US-Jusitz im großen BALCO-Dopingskandal, im Interview in den USA mit dem "Spiegel" Österreich als eines der Hauptlieferländer für Dopinggrundsubstanzen und auf die Frage, welche Rolle denn die Manager dabei spielen, nannte er genau einen Namen, und zwar den eines Österreichers. Wahrscheinlich liegts auch etwas an der Österreichischen Mentalität, diese Liebenswürdigkeit und manchmal Schlampigkeit, die nicht dazu angetan ist, einen radikalen Antidopingkurs zu fahren. "Es geschieht das, was in Österreich in solchen Fällen immer geschieht, nämlich nichts", schrieb kürzlich ein Journalist.
Wir fordern deshalb von den Verbänden, Sportinstitutionen und vor allem von den politisch Verantwortlichen (Gesetzgebern) ein kompromissloses Vorgehen gegen Doping. Der ÖLV bewegt sich in dieser Hinsicht zuletzt jedenfalls in die richtige Richgung, auch wenn es für manche noch ziemlich weit bis zum Ziel sein dürfte. Die Zeiten des Duldens, Vertuschens oder gar Förderns müssen endgültig vorbei sein ("dopts ein bisserl, aber lasst euch nicht erwischen. Und wenn, wir wissen von nichts"). Manche Sportarten wie der Radsport stehen einen Schritt vor dem Abgrund, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird, passiert der nächste Schritt. Die Sponsoren springen ab, die Veranstaltungen können nicht mehr durchgeführt werden, das Medieninteresse schwindet, die jungen ehrlichen Sportler verlieren die Lust. Im Radsport gibt’s schon massive Nachwuchsprobleme. Das alles haben unsere gewissenlosen Doper zu verantworten und Leute (v.a. Manager) aus deren Umfeld, von denen noch keiner zur Verantwortung gezogen wurde. Gerade an Funktionäre (auch in den Verbänden und Sportinstitutionen) und Trainer müssen höhere Ansprüche hinsichtlich Glaubwürdigkeit und Vorbildwirkung gelegt werden. Manchmal wird das nur mit neuen handelnden Personen möglich sein. Das Dopingproblem ist zu ernst, als dass nicht endlich drastische Maßnahmen gesetzt werden müssen.
Eine Spitzensportlerin, die sich stark im Antidopingkampf engagiert, meinte kürzlich: "Wenn man in Österreich den Antidopingkampf glaubhaft betreiben will, dann müsste man als ersten Schritt einmal 99% der Funktionäre austauschen." Auch wenn die Prozentzahl etwas übertrieben erscheint, wir brauchen keine Alibiaktionen mehr sondern echte Maßnahmen.
An dieser Stelle wollen wir einen Forderungskatalog mit den 10 wichtigsten Forderungen formulieren, der alle paar Tage erweitert werden wird. Schicken Sie uns auch Ihre Anregungen an
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. (dieser Forderungskatalog ist identisch mit jenem im Beitrag auf der Titelseite)
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Betrugs-Tatbestand für Doping. Wenn duch Doping signifikante Geldbeträge zu Unrecht erhalten werden (insbesondere öffentliche Fördermittel), dann müssen die Staatsanwälte von sich aus tätig werden. Wenn das nicht funktioniert, dann muss Doping selbst ein Strafrechts-Tatbestand werden. Im Zuge einer ordentlichen Gerichtsverhandlung kann eine angemessene Differenzierung im Strafausmaß erfolgen. Freispruch, wenn es tatsächlich ein Versehen (was bisher aber noch nicht vorgekommen ist) oder Blödheit war, aber eine echte Strafe, wenn es um klassischen Betrug geht.
- Testergebnisse - positive und negative - gehören veröffentlicht. Auch um den ehrlichen Sportlern eine Chance zu bieten,
auf enstprechende negative Ergebnisse von unangekündigten Trainingskontrollen verweisen zu können, sollten Testergebnisse ins Internet gestellt werden. Ein idealer Kompromiss scheint uns das Vorgehen der IAAF zu sein, wo jederzeit einsehbar ist, wer in einem Jahr wieviele Trainingskontrollen (in Gruppen geordnet) hatte. Die Einstufung von Testdaten (wer wie oft getestet wurde) als "gesundheitsbezogene Daten" ist absurd. Größtmögliche Transparenz ist wichtiger als mutwillig konstruierte Datenschutzbedenken und schützt auch vor Verdächtigungen, auch hinsichtlich "Vertuschung" u.ä.
- Sanktionen für Funktionäre und Betreuungspersonen in Verbänden, die bei Doping in ihrem Umfeld Mitwisser sind, vertuschen oder gar initiieren. Hintergrund: Verbandsfunktionäre, -Trainer und Ärzte bekommen normalerweise mit, wenn Sportler im engen Umfeld dopen. Trainer, die dopende Spitzenathleten eng betreuen und eine Mitwisserschaft bestreiten, sind entweder Lügner oder schlechte Trainer. Mitunter wird Doping in den Verbänden stillschweigend toleriert, weil Verbandsfunktionäre auch an den (scheinbaren) Erfolgen partizipieren. Wenn diese Heuchler dann noch mit den gedopten Athleten deren Erfolge mitfeiern und nach außen die großen Dopinggegner spielen, dann ist Handlungsbedarf gegeben. Deshalb sollte eine Vergabe von öffentlichen Förderungen an Verbände daran geknüpft sein, dass sich Verbände von Mitarbeitern trennen, denen Mitwisserschaft ohne aktives Gegensteuern nachgewiesen werden kann.
- Gründliche Durchforstung des gesamten Dopingkontrollvorganges von der Kontrolle vor Ort bis zur Analyse im Labor, bzw. bis zum Ergebnismanagement auf mögliche Schwachstellen. Wir haben Hinweise erhalten, dass bei den Kontrollen selbst schon "gepfuscht" wird. Wenn Sportler berichten, dass sich die Kontrollore bei der Probenabgabe zwei Räume entfernt befinden, kann wohl nicht von der geforderten direkten Sichtkontrolle gesprochen werden. Kontrollore müssen auch eine Vorwarnung (direkt oder indirekt) vermeiden, weil auch das den Betrügern eine Manipulationsmöglichkeit bietet. Es sollte auch verhindert werden, dass immer wieder die gleichen Kontrollore zu den gleichen Sportlern kommen oder dass die Kontrollore selbst als Betreuungspersonen (Trainer, Leistungsdiagnostiker, Mediziner, ...) in der jeweiligen Sportart/Sportlergruppe tätig sind. Wenn es sogar schon einen gestandenen Bestechungsversuch im Antidoping-Labor gegeben hat, wieviel naheliegender wäre da eine Bestechung eines Kontrollors? Was wird getan, um das zu verhindern? Um ein Naheverhältnis zwischen Sportler und Kontrollor zu vermeiden, sollte die Tätigkeit der Kontrollore immer wieder evaluiert werden (u.a. durch Befragung von Getesteten) und eine häufige Auswechslung erfolgen. Es darf auch nicht sein, dass der gleiche Kontrollor für NADA, WADA und einen internationalen Fachverband den gleichen Sportler kontrolliert. Uns wurde kürzlich ein Kontrollor vorgestellt mit den Worten: "Vor dem haben alle Angst, der macht die Kontrollen nämlich wirklich so wie vorgeschrieben und der hat auch schon X und Y erwischt" - was machen dann die anderen Kontrollore?
- Wirksame Antidoping-Verpflichtungserklärungen für Kadersportler. Bisher ist es so, dass z.B. ÖLV-Kaderathleten mit Unterschrift bestätigen müssen, dass sie die geltenden Antidopingbestimmungen kennen und diese auch einhalten. Nicht sehr wirksam, wie wir aus diversen Beispielen wissen. Es gab nicht einmal Sanktionen, wenn jahrelang eine falsche Adresse gemeldet wurde, womit Trainingskontrollen sabotiert wurden. Wir fordern deshalb: wenn Verbände Kaderathleten fördern (letztendlich aus Steuergeldern), dann haben diese zur Kenntnis zu nehmen, dass alle in der Zukunft zuerkannten Fördermittel bis zu einem in der nahen Zukunft (z.B. 1.6.09) liegenden Stichtag zurück verzinst zurückgezahlt werden müssen, wenn der Sportler irgendwann in der Zukunft - und sei es in einigen Jahren - gegen die Antidopingbestimmungen verstößt. Man kann mit keiner Regelung festlegen, dass bei einem aktuellen Dopingfall in der Vergangenheit erhaltene Förderungen zurückgezahlt werden müssen, man kann dies aber für die Zukunft festlegen. Durch die über die Jahre immer höher werdende potentiell zurückzahlbare Förderung wird auch der Anreiz für fortlaufend dopende Athleten immer größer, endlich mit diesem Betrug aufzuhören (Beim team2012.at gibt es diese Bestimmung schon seit der Vereinsgründung). Für neu hinzukommende Kaderathleten kann der Stichtag z.B. immer der nächste Monatserste sein. Diese Bestimmung sollte aber nicht nur für Verbände gelten, sondern für alle Institutionen und "Fördertöpfe", wo öffentliche Mittel verteilt werden. Malediven-Urlaube für Doper auf Kosten des Steuerzahlers dürfen nicht mehr möglich sein!
- Keine Doper für Österreich am Start! Doper betrügen wegen des Geldes oder - noch krankhafter - wegen Ruhm und Ehre. Das ist ungefähr so wie die gestohlene Opferkerze in der Kirche, mit der man sich göttliches Wohlwollen sichern möchte. Damit die Doper gar nicht in so eine Situation kommen können, sollten (geförderte)
Verbände gezwungen werden, dass einmal wegen Dopings überführte Sportler nie wieder in ein Nationalteam berufen werden. Also keine Entsendung (auf die ohnehin kein Rechtsanspruch besteht) zu Olympia, WM , EM oder einen Länderkampf. Die Doper haben genug Schande über Teamkollegen, ihre Sportart und ihren Verband gebracht, dass es das Sportland Österreich nicht notwendig haben sollte, auf solche Leute zurückzugreifen. Dass betrifft natürlich auch Sportler, die sich von wegen Dopingvergehens vorbelasteten Personen betreuen lassen. Die Verbände haben auf solche Sportler im eigenen Interesse und im Interesse der ehrlichen Sportler entsprechend einzuwirken, dass einfach keine Doper im Umfeld eines Verbandes geduldet werden. Auf solche "Erfolge" können wir doch verzichten! Doper können ihre Sportart natürlich weiter ausüben und "privat" irgendwo antreten, aber doch nicht als Repräsentanten ihres Verbandes oder Österreichs! Man könnte diese Bestimmung einschränken auf schwerwiegende Dopingfälle, wo eindeutig schuldhaftes Verhalten und eine Bereicherungsabsicht, bzw. eine Schädigung von Konkurrenten gegeben ist. Die Entscheidung darüber könnte z.B. die unabhängige Schiedskommission der NADA treffen. Übrigens: manche Länder wie z.B. Großbritannien haben schon länger eine entsprechende Regelung, dass einmal Gedopte nie wieder bei Olympischen Spielen antreten dürfen.
- Gedopt ist nicht nur, wer positiv getestet wurde! Das Antidopinggesetzt in der geltenden Fassung besagt (sinngemäß), dass als "gedopt" Sportler nur dann gelten und entsprechend sanktioniert werden können, wenn "sich im Körpergewebe
oder in der Körperflüssigkeit von Sportlern verbotene Wirkstoffe, ihre Metaboliten oder Marker ... befinden". Dazu kommen noch die Anwendung "verbotener Methoden" (z.B. Blutdoping) und die Verweigerung einer Kontrolle. Zuletzt hat der Fall Bernhard Kohl gezeigt, dass diese Definition praxisfern ist und unzureichend ist. Kohl hat selbst erzählt, dass er rund 200 Kontrollen hatte, wovon ca. 100 eigentlich ein positives Ergebnis hätten bringen müssen. In den USA war beim BALCO-Skandal (Marion Jones, etc.) nicht eine positive Dopingprobe der Auslöser, sondern u.a. abgefangene e-mails, wo Sportler Dopingmittel bestellt hatten. Auch unsere Dopingbestimmungen sollten dahingehend erweitert werden, dass bereits der nachgewiesene Versuch an Dopingmittel zu kommen und/oder diese anzuwenden, sowie Geständnisse ein Dopingvergehen darstellen und entsprechend zu sanktionieren sind.
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Ein Rücktritt darf keine verschleierte Flucht vor Dopingkontrollen mehr sein! Auf Doping kontrolliert werden können derzeit nur Angehörige eines Sportverbandes, sofern nicht ein Veranstalter eines offenen Wettkampfes einen entsprechenden Passus auch für vereinslose Hobbysportler in die Teilnahmebedingungen mit aufnimmt. Wer sich bei herannahenden Kontrollen ruck zuck von Verein und Verband abmeldet, kann den Kontrolloren die lange Nase zeigen. Dann können sich diese Sportler unbehelligt einwerfen, was gut und lange wirksam ist und dann ein comeback geben, weil ihnen der Sport sooo gefehlt hat. Derzeit gibt es eine Bestimmung, wonach sich Kadersportler 6 Monate vor einem neuerlichen Wettkampfstart für Kontrollen bereithalten müssen, d.h. die letzten 6 Monate vor dem comeback müssen sie etwas mehr aufpassen. Das kanns ja wohl nicht sein! Wenn schon die nationalen und internationalen Antidopingbestimmungen gegen diesen verlogenen Betrug keine Handhabe liefern, dann müssen sich eben die Verbände deklarieren, was sie wirklich wollen, bzw. auf welcher Seite sie stehen. Zumindest sollten diese in ihren Bestimmungen vor einer Nominierung für nationale Auswahlmannschaften in solchen Fällen eine Verlängerung dieser Vorlaufzeit auf 12 Monate festlegen. Und als wichtige Ergänzung für das Antidopinggesetz: Sportler, die innerhalb der letzten 2 Jahre für eine nationale Auswahlmannschaft nominiert wurden, verbleiben nach einer Abmeldung von Verband/Verein weitere 12 Monate im nationalen Testpool für Dopingtests. Wenn diese in diesem Zeitraum für (nationale) Dopingkontrollen nicht zur Verfügung stehen (keine Aufenthaltsmeldung, etc.), dann dürfen sie 2 Jahre lang ab dem Zeitpunkt der versuchten Kontrolle bei keinem Wettkampf eines Verbandes starten. Damit erfolgt also eine weitgehende Gleichstellung mit aktiven Sportlern, die eine Kontrolle verweigern. Auch die „missed test“ Regelung wäre analog anzuwenden. Wenn also Sportler „wirklich“ zurücktreten, kann das ja kein Problem darstellen, weil diese ja ohnehin nicht mehr bei Wettkämpfen antreten möchten. Ein Missbrauch von Rücktritten zur Flucht vor Dopingkontrollen wird damit aber weitgehend verhindert.
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Wirksame Maßnahmen gegen Doping im Freizeitsport/Fitnessbereich. Während im Spitzensport das Dopingproblem vor allem eine betrügerische Dimension hat (gegenüber den Gegnern, Zuschauern, Veranstaltern, Sponsoren, Förderinstitutionen, Medien, …) steht im Freizeitsport der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund. Doping bedeutet meist eine akute Gesundheitsgefährdung, bei manchen Mitteln ist mit Langzeitschäden zu rechnen, die kaum seriös abgeschätzt werden können. Herzinfarkte bei 30-Jährigen, Krebs, irreversible Schäden und auch Todesfälle hat es durch die Anwendung verbotener Mittel (v.a. Anabolika und EPO) schon genug gegeben. Die meisten Besucher eines Fitnesscenters wissen nach einiger Zeit genau, ob dort verbotene Substanzen konsumiert oder gar gehandelt werden. Es gab zwar in letzter Zeit einige wenige Verhaftungen von Dealern, die sich bei den möglichen Gewinnspannen dumm und dämlich verdienen, denen die Gesundheit ihrer Kunden vollkommen egal ist. Gewerbsmäßige Importeure von Dopingmitteln im Wert von zigtausenden Euros haben lediglich eine lächerliche Zollstrafe bekommen. Hier sind die ermittelnden Behörden gefordert, viel aktiver zu werden, nicht zuletzt, weil sich gezeigt hat, dass die Dopinghändler oft auch identisch mit Drogenhändlern sind. Handel mit verbotenen Mitteln ist auch nach dem Antidopinggesetz zu Recht ein Strafrechtstatbestand, dazu muss es aber auch Anzeigen geben. Aufklärungsmaßnahmen sind natürlich wichtig, diese können aber nicht gesetzlich verordnet werden. Natürlich gibt es auch ein paar verrückte (Altersklassen-) Hobbysportler bei Ausdauerwettkämpfen, die sich verbotene Mittel einwerfen, das Hauptproblem ist aber sicherlich in der Fitnesscenter-Szene angesiedelt. Dort sollten sich die Behörden etwas genauer umschauen.
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Schwerpunktsetzung auf intelligente Dopingkontrollen nach dem Prinzip: effizient sind Kontrollen dann, wenn Gedopte gefunden werden. Dopingkontrollen nicht als Alibiaktionen oder Marketingmaßnahmen, z.B. immer wieder im Teamtrainingslager unserer Fußballer oder gehäuft bei Sportlern, wo eigentlich alle wissen, dass diese sicher nicht verdächtig sind, sondern bei jenen, wo es objektive Indizien für Doping gibt. In Deutschland wird derzeit diskutiert, ob man Teilbereiche der NADA nicht mit den Möglichkeiten zu polizeilichen Ermittlungsmethoden ausstatten sollte. Für eine entsprechende Regelung sind die Juristen gefordert, unsere gegenwärtige Situation mit der konkurrierenden SOKO Doping auf der einen Seite und der NADA auf der anderen Seite ist jedenfalls höchstens eine kurzfristige Notlösung.
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