ausgewogene Ernährung statt teurer Tabletten!Studie zeigt wieder: Vitamintabletten helfen vor allem den Verkäufern und bei der Produktion eines teuren Urins.

zum abstract: http://www.pnas.org/content/106/21/8665

Manche Leute glauben ja immer noch, die klassische Österreicher-Diät (Schnitzel, Schweinsbraten, Pommes, Sachertorte) in Kombination mit eine paar Vitamintabletten ist eine Super-Sache, "weil wir ja eh Sport betreiben". Denkste! Wieder hat eine seriöse Studie gezeigt, dass mit dem Einwerfen von Tabletten unter dem Motto "viel hilft viel"weder die Gesundheit, noch die Leistung profitieren. Eine konzentrierte Zufuhr von bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen hilft eben nur dann, wenn zuvor ein Mangel daran bestanden hat, was in der Praxis äußerst selten ist. Auch die sensiblen Gleichgewichte im Körper können so kippen. Ein Aspekt der Studie ist, dass durch die geballte Zufuhr von "Antioxidantien" das körpereigene Immunsystem weniger stimuliert wird, was sicher nicht wünschenswert ist. Im besten Fall werden die Megadosen von wasserlöslichen Vitaminen (z.B. Vitamin C) einfach wieder ausgeschieden, d.h. der Urin wird wertvoller. Bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) kann der Schaden größer sein.

Also: die Kombination einer ausgewogenen, vitaminreichen und mineralstoffreichen Mischkost mit einem vernünftig dosierten Ausmaß an Bewegung ist immer noch am Besten. Zwar nicht spektakulär und für die Verkäufer der Pulverchen traurig, aber eben wirksam.

Tipps vor dem Marathon

In den letzten Tagen findet man natürlich wieder überall letzte Tipps und Tricks zum Marathon, manchmal nützlich, manchmal eher seltsam (oder für die Gegner?), wie "laufen Sie am Tag vor dem Marathon ungefähr eine Stunde..."

Natürlich wollen auch wir da etwas anbieten, deshalb nachstehend 42,195 Tipps für 42,195km.

Sie bereiten sich auf einen Marathon vor? Sie haben mehrere Monate gewissenhaft trainiert und für dieses große Ziel gelebt? Trotzdem spüren sie jetzt ein gewisses Kribbeln und fragen sich, ob sie denn nichts vergessen hätten?

Unter den nachfolgenden Tipps von Carina Lilge-Leutner (Wien-Marathon Siegerin) und Mag. Wilhelm Lilge (Trainer und Leistungsdiagnostiker) finden sie sicher einige Punkte, die sie vielleicht etwas ruhiger an den Start gehen lassen.

 

1.      Starten sie beim Marathon nur, wenn sie absolut gesund sind. Auch bei kleineren Verletzungen: zumindest im Unterbewußtsein lähmt sie die Tatsache, daß sie nicht ganz fit sind.

2.      Wenn Risikofaktoren vorliegen (Alter, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, etc.), sollten sie vor dem Marathon eine sportmedizinische Untersuchung (mit Belastungs-EKG) durchführen lassen.

3.      Die letzte Woche vor dem Marathon können sie eigentlich gar nicht zu wenig trainieren.

4.      Sorgen sie für ein entspanntes Umfeld an den Tagen vor dem Start. Meiden sie im Vorfeld Personen, die ein negatives Umfeld schaffen.

5.      An den Tagen vor dem Marathon: keine ausgiebigen Sightseeing-Touren und stehen sie nicht zu lange auf der Marathonmesse herum.

6.      Am wichtigsten sind Ruhe und Entspannung zwei Tage vor dem Wettkampf. Auch der Schlaf ist in der vorletzten Nacht am wichtigsten.

7.      Ein Teil der mentalen Vorbereitung: laufen sie in Gedanken die einzelnen Abschnitte der Strecke ab.

8.      Freuen sie sich auf den Renntag. Sie haben sich monatelang vorbereitet. Sie sind befreit und bereit.

9.      Durch Wetterprognosen nicht beirren lassen. Bei den Zielsetzungen aber darauf Rücksicht nehmen.

10.  Am Tag des Wettkampfs stehen sie ca. 3 – 4 Stunden vor dem Start auf, essen 2-3 Stunden vor dem Start ein leichtverdauliches Frühstück und trinken sie jetzt noch ausreichend. Wie auch 1-2 Tage vor dem Rennen essen sie nun eher weniger Ballaststoffe.

11.  Überprüfen sie rechtzeitig ihre Ausrüstung (Schuhbänder, Stoppuhr, Batterien des Pulsmessgerätes, Bekleidungsvarianten für alle möglichen Wetterbedingungen,...).

12.  Wenn sie über 3 Stunden laufen oder über 70kg wiegen, dann greifen sie lieber nicht zu den „ultraleichten“ Wettkampfschuhen, sondern geben sie einem stabilen Trainingsschuh den Vorzug.

13.  Verwenden sie beim Marathon generell kein neues Material.

14.  Etwaige Scheuerstellen (Innenseite der muskulösen Oberschenkel,...) mit Vaseline eincremen.

15.  Brustwarzen mit Leukoplast abkleben (gilt vor allem für Männer!)

16.  Füße leicht mit Puder bestreuen, bevor sie die Laufsocken anziehen. Dies hilft gegen Blasen, sollte jedoch auch vorher im Training ausprobiert werden.

17.  Schuhe nicht zu eng binden. Vor allem bei hohen Temperaturen schwellen die Füße beim Laufen an.

18.  Binden sie den Chip nicht zu eng an die Schuhbänder.

19.  Bedenken sie, daß sie trotz Chip-Zeitmessung vor dem Start recht lange in ihrer Startbox stehen werden. Nehmen sie einen alten Pullover mit, den sie dann kurz vor oder nach dem Start unauffällig „entsorgen“.

20.  Planen sie die Anreise zum Startbereich genau, wobei sie großzügige Reservezeiten berücksichtigen sollten.

21.  Experimentieren sie vor dem Marathon nicht mit irgendwelchen extremen Diätformen (z.b. Saltin-Diät). An den Tagen 3 – 1 vor dem Marathon ernähren sie sich bewußt kohlenhydratreich und fettarm (Kartoffeln, Reis, Nudeln ohne fette Sauce, etc.)

22.  Überessen sie sich nicht an den Tagen vor dem Marathon

23.  Gerade in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung: mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag anstelle von zwei großen.

24.  Am Tag vor dem Marathon: Trinkflasche griffbereit haben (und sie auch verwenden).

25.  Auch wenn sie die ersten Kilometer vor Kraft und Energie strotzen, versuchen sie möglichst ökonomisch zu laufen und ihren Rhythmus zu finden. Gleiten statt hüpfen!

26.  Beginnen sie eher zu langsam als zu schnell. Fast alle um sie herum beginnen zu schnell. Wenn sie in der zweiten Hälfte mehr andere Teilnehmer überholen können anstelle vor allem überholt zu werden, beflügelt dies zusätzlich.

27.  Trinken bevor der Durst kommt! Nützen sie die Verpflegungsstellen von Beginn an.

28.  Bei Hitze: mit dem Schwamm den Kopf, Nacken, Achselhöhlen und Oberschenkel kühlen (in dieser Reihenfolge!)

29.  Die Aufnahme fester Nahrung ist für Läufer unter 3 Stunden nicht sinnvoll. Essen sie nicht alles Angebotene unter dem Motto „Das üppige Startgeld muß wieder hereinkommen“.

30.  Stark gesüßte Getränke (Cola, „Energy Drinks“) nehmen sie nicht vor der letzten halben Stunde vor dem Ziel. Unterwegs aber nicht nur Leitungswasser trinken (Gefahr von Salzmangel), sondern am besten abwechselnd Leitungswasser und die angebotenen Sportgetränke. Mindestens alle 5km ca. 0,2 Liter trinken.

31.  Zwischen einer Stunde und 5 Minuten vor dem Start nichts trinken. 3 bis 5 Minuten vor dem Start ca. 200ml ihres Sportgetränks trinken. (Wegwerftrinkflasche)

32.  Es ist ein Vorteil, wenn sie Privatverpflegung an der Strecke organisieren können. Aber: keine anderen Läufer behindern!

33.  Das Leben geht nach dem Zieleinlauf weiter. Planen sie deshalb, wie sie in diesem Zustand am besten nach Hause kommen.

34.  Wenn sie im Zielbereich ihre Angehörigen finden wollen, sollten sie vorher einen exakten Treffpunkt vereinbaren.

35.  Legen sie im Vorhinein drei unterschiedliche Ziel fest: ein Normalziel, ein Optimalziel (wenn ein Supertag herrscht und alles passt) und ein Minimalziel.

36.  Wenn ein „Hänger“ kommt: die Schmerzen des Körpers annehmen. Fast alle Marathonläufer haben irgendwann ein oder mehrere Tiefs. Diese Situationen zu überwinden, ist ein wesentlicher Bestandteil des Marathonlaufs.

37.  Es ist in 99,9% der Fälle besser, langsamer als geplant ins Ziel zu kommen als aufzugeben. Am Tag nach dem Marathon denken sie sicher anders über eine schwache Zeit als unterwegs. Wer einmal einen Marathon aufgibt, setzt die Hemmschwelle fürs Aussteigen beim nächsten Mal weit herunter.

38.  Konzentrieren sie sich darauf, ihr bestes zu geben und nicht darauf, was andere wohl leisten können!

39.  Wenn der Gedanke kommt: „Ich kann nicht”, so bekämpfen sie den Gedanken sofort mit dem Gedanken „Ich kann!“

40.  Erschöpfung? Konzentrieren sie sich darauf, wie weit sie schon sind und denken sie immer nur an den nächsten Kilometer. Auch wenn es absurd klingt: versuchen sie es mit Lachen oder Singen. Das hilft entspannen (und macht außerdem die Gegner nervös). Sagen sie sich ständig einfache positive Sätze vor.

41.  Jeder hat Schmerzen beim Marathon. Das ist der Preis, den wir für das Durchbrechen unserer Grenzen bezahlen müssen. Machen sie die Erschöpfung zu ihrem Verbündeten auf ihrer Reise. Sie ist da, weil sie sich so ausgezeichnete Mühe geben. Stellen sie sich vor, wie ihre Muskeln ganz locker an ihren Knochen hängen.

42.  Belohnen sie sich gebührend, wenn sie ihr Ziel erreichen. Legen sie diese Belohnung vorher fest.

42,195. Kämpfen sie bis zum Schluß um jede Sekunde – vielleicht kommt die Situation nicht so schnell wieder, wo sie diese Zeit verbessern können.

 

 

Tipp vom 1.1.09

Das Jahr 2009 beginnen wir mit einem Buchtipp für Sie:

Felix Gottwald beim Melker Osterlauf 2008"Ein Tag in meinem Leben", die Autobiographie von Doppelolympiasieger Felix Gottwald.

Verpackt in den Tag, an dem er Einzelgold in der Nordischen Kombination geholt hat, lässt er die Leser in sein Leben eintauchen. Schnell wird klar, welche Tugenden im Leben hilfreich sind, um erfolgreich zu sein. Den Moment leben, Eigenverantwortung übernehmen, Sich-Selbst-Vertrauen und sich ein Leben lang in den Spiegel schauen zu können, sind nur einige Ansätze, die Felix Gottwald lebt.

Wir haben das Buch für Sie gelesen und viele Aussagen haben uns in den Bann gezogen. Absolut empfehlenswert für alle Menschen mit Bezug zum Sport!

Mehr Infos unter: http://www.felixgottwald.at/de/

Tipp vom 20.12.: Weihnachten, der Feind des Läufers?

Feiern, gut essen, gut trinken, alles super! Aber was macht die mühsam aufgebaute FormWeihnachtskekse - viele Kalorien in leckerer Form des Läufers dabei? Bei manchen wird diese Methode der so wichtigen Regeneration die Leistung beflügeln, aber nur regenerieren und (zu) viel essen wird sich in eher in Form von wertvollem Hüftgold niederschlagen, das fortan mühsam mitgeschleppt werden muss. Mehr Kilos und Fett helfen zwar teure Heizkosten sparen, aber da wäre stattdessen ein Pullover die bessere Alternative für den Sportler.

Punschhütte: ein Stützpunkt der Gegner?Wenn Sie das nächste Mal bei der Punschhütte stehen, bedenken Sie, was Sie da an (leckeren) Kalorienmengen in Form von Zucker und Alkohol zuführen. Diese Hütten sind ja wahre Stützpunkte der Gegner, der Maronibrater wäre da schon die bessere Alternative. Und erst die Weihnachstkekse: die schenken Sie am besten den Gegnern, wenn Sie sich nicht beherrschen können.

10 Kekse = 1 Stunde Laufen; so lautet ungefähr die Gleichung, da ein durchschnittliches Keks 60 - 100 Kalorien liefert. Dazu der Weihnachtskarpfen mit Mayonaisesalat, danach die Malakofftorte mit viel Schlag: bringt kurzen Genuss und späteren Frust. Also: wenn Sie sich beim Marathon überwinden können, dann werden Sie doch etwas Disziplin beim Feiern aufbringen. Sportler ist man nicht nur die ein oder zwei Stunden beim Training!

PS: bevor Sie jetzt alle Ihre Weihnachtskekse wegwerfen, schicken Sie sie uns, das team2012.at sorgt für die fachgerechte Entsorgung!

In diesem Sinne: frohes Feiern und Genuss ohne Reue!

tipp vom 5.12.08: Leistungsdiagnostik - jetzt ist der beste Zeitpunkt! Vielleicht auch als Weihnachtsgeschenk?

ISteinbauermmer wieder kommt die Frage, wann der beste Zeitpunkt für die Durchführung einer leistungsdiagnostischen Untersuchung wäre. Wenn Sie sich für einen Marathon im kommenden Frühjahr vorbereiten, dann ist gerade jetzt die ideale Zeit für die Durchführung eines Laktat-Schwellentests. Ein solcher Test macht dann Sinn, wenn Sie auch bereit sind, die Empfehlungen konkret im Training umzusetzen. Dies ist am besten möglich, wenn nicht viele Wettkämpfe zu Kompromissen im Trainingsaufbau zwingen. Ein Laktat-Schwellentest liefert objektive Informationen über den aktuellen Ist-Zustand und die ermittelten relativen Stärken und Schwächen können direkt in die Trainingsplanung einfließen. Gerade für die Effizienz des Grundlagentrainings - z.B. mit welchen Herzfrequenzen Sie Ihre Dauerläufe absolvieren sollten - bietet ein derartiger Test eine hervorragende Möglichkeit zur Verbesserung. Auch für Laufeinsteiger (zumindest eine dreiviertel Stunde locker durchlaufen sollten Sie schon können), die gleich von Beginn an alles richtig machen möchten, ist ein Laktat-Schwellentest zu empfehlen. Nähere Informationen unter "laktattest".

Übrigens: Weihnachten steht (schon fast) vor der Tür und ein fleißiger Läufer hat wenig Zeit, um Geschenke zu kaufen (oder für sich selbst auszusuchen...). Na ja, da könnten Sie sich ja von uns einen Gutschein für einen Laktattest schicken lassen! Kommt per e-mail und ist zur Not auch noch am 23.12. möglich.

tipp vom 30.11.08: Alternativen im Wintertraining

Gerade während der kalten Jahreszeit bietet sich als Ergänzung zum Lauftraining ein alternatives Ausdauertraining an. Die nächsten wichtigen Wettkämpfe (Marathon im Frühjahr o.ä.) sind noch weit weg und jetzt ist es an der Zeit, mit einem allgemeinen Ausdauertraining die Grundlagen für das spätere spezielle Training zu legen. Ideal sind sind an der frischen Luft Schilanglaufen, Schneeschuhwandern - Naturgenuss und sinnvolles Ergänzungstraining für den LäuferSchitouren und Schneeschuhwandern. Solange der Schnee noch nicht alles zudeckt, sind natürlich auch Bergtouren und längere Ausfahrten mit dem Mountainbike zu empfehlen. Mit diesen Sportarten trainieren Sie auch einmal etwas andere Muskelgruppen, vermeiden eine Trainingsmonotonie und schonen dabei Ihren passiven Bewegungsapparat. Übrigens: beim Sport draußen in der Kälte hat sich noch kaum jemand verkühlt. Die Gefahr lauert eher danach, wenn Sie verschwitzt oder mit nassen Haaren in der Kälte herumstehen. Vergessen Sie auch nicht, dass Sie auch bei sehr niedrigen Temperaturen schwitzen und führen Sie bei mehrstündigen Belastungen unbedingt entsprechend Flüssigkeit zu.

Aber natürlich bieten auch diverse Indoor-Geräte ein sinnvolles Betätigungsfeld. Es muss dabei gar nicht immer nur das Laufband sein. Verbringen Sie eineinhalb bis drei Stunden mehr oder weniger ohne Pause abwechselnd (je ca. 30 Minuten) auf den verschiedensten (Cardio-) Geräten wie Fahrradergometer, Stepper, X-Trainer usw., und Sie haben ein wunderbares und vielseitiges Ausdauertraining absolviert.

Einen längeren Beitrag zum alternativen Ausdauertraining im Winter finden Sie in der kommenden Ausgabe des "RUNNING"-Magazins, das in der ersten Dezemberwoche erscheint.