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15.11. 3/4 Blutdoping von Steffi G. - der 1 Minuten Krimi - weltexklusive news von Pamela Anderson - aktualisiert am 17.11.

Stephanie GrafZu Beginn ein kurzer Krimi:

Der amtsbekannte Bankräuber Johnny B. stürmt maskiert in die Bankfiliale, in der schon mehr Überfälle verübt wurden als in allen anderen Filialen miteinander. Mit gezückter Pistole hält er Kunden und Angestelle in Schach und fordert: "Geld her, aber schnell!" Bevor er noch das Geld an sich raffen kann, sieht er durch das Fenster das Polizei-Einsatzkommando nahen, das auch gleich in die Bank stürmt. Höflich fragen sie den mutmaßlichen Räuber: "Entschuldigung die Störung, Sie wollten nicht gerade die Bank ausrauben, oder?" Johnny: "Aber nein, ich wollte doch nur für die Kinderfaschingsfeier üben." "Ach so, dann ist ja alles in Ordnung. Nichts für Ungut, dann lassen Sie sich nicht weiter stören, auf Wiedersehen". Die Polizei tritt den Rückzug an, Johnny verlässt dieses Mal ohne Geld die Filiale. Eine Konsequenz hat die Sache aber schon. Der Bankmitarbeiter, der die Polizei angesichts des dringenden Tatverdachts gerufen hat, wird vom Filialleiter, der sich bei Räubern einer großen Beliebtheit erfreut, fristlos entlassen.

Absurd?

Na ja, wir geben ja zu, es ist nicht die geheime Drehbuchvorlage für den nächsten "Tatort". Es ist auch keine Schulungsunterlage der Österreichischen Polizei, sondern nur eine Analogie zur Österreichischen Dopingbekämpfung. 

Bereits am 22.9.09 haben wir über das "3/4 Blutdoping" bei Humanplasma geschrieben, siehe: http://www.team2012.at/index.php?option=com_content&view=article&id=160:239-test

 Der Kurier berichtet nun heute, nachdem andere Medien bereits die Zeugenaussagen vorliegen hatten, etwas schamhaft von einem Besuch der (früheren?) Kurier-Mitarbeiterin Stephanie Graf bei Humanplamsa. Graf wird dort zitiert mit: "... Ich habe einmal dort Blut abgenommen, aber nie rückgeführt, weil ich mit diesem Wahnsinn nichts zu tun haben wollte." Leider gibt Graf keine Auskunft darüber, warum sie dann wohl dort war. Vielleicht wollte sie ja nur im Zuge eines humanitären Anfalls etwas Blut für arme Menschen spenden. So richtig glauben will das allerdings gerade im Fall Graf aber niemand, außer sie ist wirklich so arm, hat immer Pech und alle Leute wollen ihr nur Böses.

Zum Original Beitrag im Kurier: http://www.kurier.at/sport/1955024.php

 Ebenfalls über die aktuellen Entwicklungen berichtet der Online-Standard:  http://derstandard.at/fs/1256744839429/Stephanie-Graf-Humanplasma-Kundin, wobei auch die überwiegende Zahl der Forum-Poster eine eindeutige Meinung hat.

NEU: Eine recht gute Zusammenfassung der aktuellen Ereignisse bieten die OÖN vom 16.11. (auch zum Schwammerlzüchter und Kohl-Radtrikot-Verscherbler Matschiner): http://www.nachrichten.at/sport/mehr_sport/art109,294874, dazu der Kommentar: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,294882

Erinnern wir uns: Leichtathletik-WM 2003 in Paris. Graf kann nicht zum Finale über 800m antreten, weil sie am Vorabend im Badezimmer auf eine Glas-Mineralwasserflasche gestiegen sein soll und sich dabei verletzt haben soll. Zeugen berichten allerdings von einer anderen Version, in der auch ein gewisser Stefan Matschiner eine Rolle gespielt haben soll.  

In einer Vorlesung an der medizinischen Universität Wien demonstrierte der vortragende Professor im vollen Hörsaal die möglichen Nebenwirkungen von Wachstumshormon-Gaben anhand eines Fotos von Stephanie Graf.

Ein Journalist einer Österreichischen Tageszeitung erzählt bei jeder Gelegenheit ungefragterweise, dass er einen positiven Dopingbefund von Fr. Graf mit einem Rekord-Nandrolonwert daheim bei sich im Tresor hätte. Dieser Befund (privater Selbststest in einem ausländischen Labor) hing monatelang zur allgemeinen Belustigung im Redaktionsbüro an der Wand. Einer Veröffentlichung in dieser Zeitung und dem damit verbundenen Skandal hatte der damalige Sportchef im letzten Moment aus patriotischen Gründen (?) die Zustimmung verweigert.

Um die Weihnachtsfeiertage 2003 erreichte einen hohen LV-Leichtathletikfunktionär spätabends ein Anruf aus Kapstadt, Südafrika, wobei sich die Anruferin als Stephanie Graf zu erkennen gab. "Du, ich muss sofort vom Verband abgmeldet werden" "Wieso, habens dich erwischt?".... den weiteren Gesprächsverlauf geben wir hier lieber nicht wieder. Ein paar Tage später langte dann mehr oder weniger zeitgleich mit der tränenerfüllten Rücktrittserklärung via ORF eine handschriftliche Abmeldung mit eingeschriebenem Brief von Graf von Verein und Verband ein. Dazu darf angemerkt werden, dass Athleten, die keinem Verband angehören, zumindest im Training auch nicht auf Doping getestet werden können.

Heuer im Frühling war die Aufregung recht groß als u.a. Andrea Mayr nur dann bei einer Sporthilfe Fairness-Initiative mitmachen wollte, wenn Stephanie Graf dafür nicht das Aushängeschild spielte. Sporthilfe Geschäftsführer Schutti sprach dann sinngemäß: "es gibt Hinweise, dass die Leistungen von Graf nicht ohne Doping zustande gekommen sein könnten" Graf wurde aus der Kampagne entfernt, sitzt aber nach wie vor im Sporthilfe Vorstand! Ebenso sitzt sie für die SPÖ im ORF-Stiftungsrat und Publikumsrat und wirkte eher glücklos als ORF-Ko-Kommentatorin bei LA-events wie dem VCM oder auch bei den Olympischen Spielen. Übrigens: auch mehr als einen Tag nach der ersten Meldung, die von den meisten Tageszeitungen und online-Medien übernommen wurde (natürlich nicht aber der Kronen-Zeitung), gibt es auf orf.at nicht einen Buchstaben über die Dame mit ORF-Beziehungen...

Ergänzung vom 16.11.: bezeichnend die Antworten von Fr. Graf in einem Interview mit einem sichtlich pensionsreifen guten Freund in der Kleinen Zeitung von heute: http://www.kleinezeitung.at/sport/mehrsport/doping/2204072/stephanie-graf-ich-habe-fehler-gemacht.story

Angesichts der bekannten Fakten empfinden das wohl nicht nur wir als Gipfelpunkt der Heuchelei und Tatsachenverdrehung und der Seitenhieb auf Andrea Mayr (die übrigens heute einen schweren Unfall hatte, siehe auch: http://www.oelv.at/news/detail.php?id=2875), die sich wie keine andere Spitzensportlerin gegen Doping engagiert, ist eine gemeine Niederträchtigkeit. Steffi, wie tief bist du gesunken, dass dir nichts Besseres mehr einfällt? Wenn du noch einen Funken von Anstand hast, entschuldigst du dich für deine Aktionen und lässt dich bis dahin auf keinem Sportplatz mehr blicken. Das ist wohl das Mindeste, was du dem Sport schuldig bist.

Johann Skocek schrieb schon am 16.5.09 im Standard:  siehe: http://derstandard.at/fs/1242315980993/Wozu-Steffi-Graf-nichts-sagen-will?_seite=4&sap=2

Gerd Millmann fasste am 3.6. im "Falter" den damaligen Wissensstand der Ereignisse zusammen. siehe: http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=923 

Als Kurier-Kolumnistin hat sie den ÖLV immer heftig kritisiert und vor allem beklagt, dass ihr spezielles Expertenwissen doch nicht so gefragt zu sein scheint, dafür hat sie ihre eigenen Leistungen gepriesen. U.a. drohte sie dem ÖLV ganz unverhohlen: "Wenn ich das nicht bekomme, schreibe ich wieder gegen euch im Kurier". Trotzdem wurde Stephanie Graf noch in den letzten Jahren mit Steuergeldern aus dem Ministerium massiv gefördert mit der Aktion "Trainer/Athleten Duo", einem Durchlauferposten im Verband.

 Vor einer Woche durfte Stephanie Graf in der ORF-Sendung als "Legende" bei der Wahl zum Sportler des Jahres die Trophäen überreichen.

Jetzt sind NADA, das Ministerium (ein Trainer und insider schrieb uns heute: "wie lange wird ihr Darabos noch die Hand küssen?", der ORF, die Sporthilfe und andere Institutionen gefragt. Rechtlich gesehen ist es laut WADA-Bestimmung unerheblich, ob das Blut dann tatsächlich auch rückgeführt wurde oder nicht. Bereits der Versuch eineStephanie Grafr verbotenen Methode stellt eindeutig einen Dopingverstoß dar: "Eine Anti-Doping-Organisation kann beispielsweise einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen nach Artikel 2.2 (Anwendung oder Versuch der Anwendung eines verbotenen Wirkstoffs oder einer verbotenen Methode) feststellen, indem sie sich auf das Geständnis des Athleten, glaubhafte Zeugnis Dritter, zuverlässige Belege, zuverlässige analytische Daten aus der A- oder B-Probe gemäß dem Kommentar zu Artikel 2.2 oder auf Schlussfolgerungen stützt, die aus dem Profil einer Reihe von Blut- oder Urinproben des Athleten gezogen werden."

Fr. Graf möge uns bitte erklären zu welch anderen Zwecken als versuchtem Doping sie bei Humanplasma war! Hat sie vielleicht als weitgehend ortsunkundige Kärtnerin nur den Stadtplan verkehrt gehalten und wollte eigentlich vis a vis zum McDonald? Hat man sie hinterhältigerweise zu Humanplasma entführt und in eine Falle gelockt, sie anschließend betäubt und ihr heimlich einen halben Liter Blut abgenommen? Die traumatisch begingte spezielle Amnesie ist wohl auch erst jetzt ganz zufällig verschwunden, nachdem Zeugen von ihrem Irrtum oder ihrer "Entführung" berichtet haben...

Graf ist natürlich keine Einzelfall. Aufgrund der Bestimmung "... Versuch der Anwendung ... einer verbotenen Methode..." ist es auch mehr als verwunderlich, dass z.B. im Fall einer anderen Athletin nach einer Veröffentlichung einer offensichtlich echten Bestellung von Wachstumshormonen bis jetzt keine Stellungnahme der NADA vorliegt (Die NADA musste übrigens erst von einem Verband auf den entsprechenden Zeitungsartikel hingewiesen werden). Wachstumshormone lagert man sich ja für gewöhnlich daheim für Notfälle ein (da gibts ja auch Vorbilder in Oberösterreich...), oder?

Nach uns vorliegenden Aussagen stand Stephanie Graf schon vor einigen Monaten vor einem tränenerfüllten "outing" im Kurier. Im letzten Moment ließ sie die Geschichte aber stoppen, weil sie hoffte, irgendwie wieder die Kurve kratzen zu können. Auch ihre Redaktionskollegen bedauerten diese Entwicklung.

Jetzt haben wir genug Herumgeeierei und Vera....... gehört. Die Betreffenden sollten endlich sagen, was Sache ist, denn sonst wird der Schaden für den Sport immer größer und es kommt wieder der übliche Unsinn, dass "eh alle dopen"!

Natürlich kann man sagen: Nach all den Fakten, Zeugenaussagen und Indizien hätte ein offenes Dopinggeständnis von Stephanie Graf, ungefähr jenen Sensationscharakter wie ein exklusives Geständnis von Pamela Anderson : "Ja, ich ließ meine Brust vergrößern." Den meisten Menschen, die nicht direkt unter den Betrügereien leiden, ist das auch egal, Hauptsache der Unterhaltungswert passt. Aber dem Sport, vor allem den jungen Sportlern, deren Leistungen an Doping-Leistungen gemessen werden, die es auch im Kampf um Unterstützung an allen Fronten wegen der Doper immer schwieriger haben, wäre damit sehr gedient. Im Zuge einer schonungslosen Aufklärung müssten aber auch in diesem Fall v.a. die Hintermänner, die Finanziers und die Mitwisser genannt und zur Verantwortung gezogen werden!

Für alle genannten Personen gilt natürlich die Unschuldsvermutung!